Montag, 19. Dezember 2011

Meine Alben 2011



Der Dezember neigt sich dem Ende zu und ich habe mal das Jahr 2011 musikalisch Revue passieren lassen. Es gab sehr viel gute neue Musik, tolle Entdeckungen aber auch einige Klassiker, die ich dieses Jahr erneut oder komplett neu für mich entdeckt habe. Einige Veröffentlichungen hielten Ihre freudigen Erwartungen, andere leider nicht. Platten kommen und gehen, aber einige bleiben sicher länger!
Ich habe daher eine Liste mit meinen persönlichen Lieblingsplatten erstellt, die mich im Jahr 2011 in vielen schönen oder nicht so erfreulichen Momenten begleitet haben ohne dabei auf das Datum der Veröffentlichung zu schauen.
Ich wünsche Euch viel Spaß damit....


1) Noel Gallaghers High Flying Birds


 


 

2) Bob Dylan - Desire

 

 

3) Bill Callahan - Sometimes I wish we were an Eagle

 

4) James Vincent McMorrow - Early in the Morning

   

5) The Megaphonic Thrift – Decay Decoy


6) Arctic Monkeys - Suck it and see

 7) Tom Waits - Orphans

 8) Beady Eye - Different Gear, Still Speeding

9) The Black Keys - Brothers

10) Soley - We Sink

11) The Vaccines - What did you expect from The Vaccines?

12) Elbow - Build a Rocket Boys!

13) I Am Kloot - Sky at night

14) Giant Sand - Provisions

15) The Verve - Urban Hymns

16) The Beatles - Abbey Road

17) Agnus & Julia Stone - Down the Way

18) Oasis - (What`s the Story) Morning Glory?

19) Bob Dylan - Blonde on Blonde

 20) Bon Iver - Bon Iver

21) Bright Eyes - I`m wide Awake this Morning

22) The Beatles - Help!

23) Sin Fang - Summer Echoes

24) Beastie Boys – Ill Communication

25) The Clash - London Calling

26) Freundeskreis - Quadratur des Kreises

27) Howe Gelb - `Sno Angel like you

28) Elvis Perkins - Elvis Perkins in Dearland

29) Herman Dune - Strange Moosic

30) PJ Harvey – Let England shake

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Elvis Perkins



In den letzten Tagen habe ich zwei Alben sehr lieb gewonnen: "Ash Wednesday" und "Elvis Perkins in Dearland".
Ash Wednesday, welches mich schon im Spätsommer 2007 sehr begeistert hatte, ist das Debüt des New Yorker Songwriters Elvis Perkins. Ein Album voller emotionaler und großartiger Folk Songs, die zwischen intim warmherzigen Momenten und leicht melancholischen Melodien liegen. Ein bewegendes Album, welches man sofort ins Herz schließen muss, da es sofort an die großen Momente von Bright Eyes oder Bob Dylan erinnern lässt.

Wo mich das Debüt vom ersten Moment an sofort begeistert hat, brauchte der Nachfolger ...in Dearland etwas mehr Zeit. Vielleicht lag es daran, dass es ein wenig sperriger geworden ist oder meine damalige musikalische Stimmung nicht zu dem Album passte. Egal was es auch war, aus heutiger Sicht bin ich fast froh, da ...in Dearland ein Album voller Überraschungen und wundervoller Momente ist. Ein Album, wofür ich vielleicht auch einfach Geduld brauchte, die sich aber definitiv gelohnt hat zu nehmen, da ich es zur Zeit fast ununterbrochen höre.
Alleine die Bläsersätze, in "Chains, Chains, Chains", "Doomsday" und "Send My Fond Regards To Lonelyville", die mich stark an das großartige "Rainy Day Women" von Dylan erinnern, versetzten mich in Momente voller Glück. Auch die Stärken des Vorgängers, bleiben hier nicht außen vor, so das auch die ruhigen und intimen Nummer wie "Hours last stand" und "How's Forever Been Baby" überzeugen.
Eine Weiterentwicklung, die jetzt schon große Vorfreude auf den nächsten Longplayer macht.





Insgesamt kann ich die beiden Alben Euch nur ans Herz legen, da es ehrliche Musik mit sehr viel Spielfreude und Gefühl ist, die einfach Spaß macht bei hören. Alle die Mumfort & Sons, James Vincent McMorrow, The Low Anthem oder Bob Dylan mögen, werden mit Elvis Perkins Ihre Freude haben.




Elvis Perkins - While you were sleeping



Elvis Perkins - Send My Fond Regards To Lonelyville



Elvis Perkins - Chains, Chains, Chains


 






Samstag, 10. Dezember 2011

Mixtape No. 3






Die Sonne scheint warm durch das geöffnete Fenster, Frühlingsluft strömt langsam in die Wohnung und die Vögel zwitschern fröhlich im Baum vor meinem Fenster. Ich fühle mich wie in den ersten warmen Tagen im März nach einem langen und kalten Winter. Das aber der Kalender Ende November anzeigt und die Weihnachtszeit vor der Tür steht lässt die ganze Szenerie irgendwie surreal wirken.
Ich schlenderte an diesem Tag noch gemütlich durch Kreuzberg, trinke einen Cafe im Edelweiss und beobachte glückliche Menschen, die die unerwarteten Sonnenstrahlen ganz besonders intensiv auffangen und speichern wollen. Hunden tollen im Sand, eine Mutter macht mit Ihrer Tochter geduldig die Hausaufgaben und ich nehme mir Zeit für das Buch, was ich mir eben in einer kleinen Buchhandlung gegenüber vom Spreewaldplatz gekauft habe. Der Frühling wirkt ganz nah....
Erst als die Sonne langsam tiefer steht und es ganz plötzlich kühler wird, merkt man, dass der Winter deutlich näher ist.
Am Abend mache ich es mir mit Tee und Keksen gemütlich, lasse den wunderbaren Tag Revue passieren und mach mich an dieses Mixtape mit Musik, die mich über den Tag begleitet hat.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß damit, Euer Thomas



Dienstag, 6. Dezember 2011

Nikolausmorgen



Es ist der 5. Dezember, draußen ist es schon dunkel und ein kleiner Junge putzt schon seit einiger Zeit seine Winterstiefel. Natürlich die Winterstiefel, in diese passen ja mehr Süßigkeiten rein, als in die flachen Sommerschuhe, die auch noch im Flur stehen, denn die letzten warmen Herbsttage sind noch nicht lange her. Eigentlich mag er die Winterstiefel auch nicht, die Sportschuhe aus dem Sommer sehen doch einfach viel besser aus, aber am Abend vor Nikolaus sind sie durch Ihre Größe plötzlich die absoluten Lieblingsschuhe. Der Junge putzt nun schon seit einiger Zeit, obwohl der Winterdreck schon komplett weg ist, will er doch tüchtig sein.
Etwas später am Abend stellt er voller Stolz die Stiefel vor seine Zimmertür und macht sich fertig zum schlafen, was ihm aber in dieser Nacht sehr schwer fällt. Das erste mal in diesem Dezember hat er sich die Kassette mit dem Weihnachtshörspiel zum schlafen angemacht und kann den Morgen nicht mehr abwarten. Nach langer Zeit und mehrmaligen Umdrehen der Kassette schläft er schließlich ein und träumt voller Vorfreude vom nächsten Morgen.
Am nächsten morgen schreckt der Junge plötzlich auf. Seine Mutter sitzt am Bett und weckt ihn, er müsse doch in die Schule und außerdem war wohl in der Nacht der Nikolaus vor der seiner Tür.
Mit einem großen Satz und noch halb verschlafenden Augen springt der Junge aus seinem Bett und guckt vor seine Zimmertür, wo der Stiefel voll von Süßigkeiten und Nüssen steht. Er strahlt und übersieht dabei fast das kleine Päckchen welches vor dem Stiefel liegt. Fröhlich, voller Neugier und inzwischen ohne jegliche Müdigkeit packt er dieses aus und ist der glücklichste Junge der Welt.

Am Abend sitzt der Junge in seinem Zimmer am Fenster, guckt den Tanz der ersten Schneeflocken zu und hört sich Kassette mit den Weihnachtslieder, die er vom Nikolaus bekommen hat an und wünscht sich, dass die Weihnachtszeit nicht enden mag.




Die Lieder auf dem Mix erinnern an die Neugier und kindliche Spannung in der Weihnachtszeit. Ich wünsche Euch ganz viel Spaß dabei und einen schönen Nikolaustag


Montag, 5. Dezember 2011

Jazz am Montag



Ich habe vor einigen Tagen diesen so wunderbaren Jazz Mix im Netz gefunden und kann ihn Euch nur empfehlen. Die Melodien lassen den Alltag wärmer und entspannter erscheinen.
Nehmt Euch einfach ein paar Minuten Zeit, lehnt Euch zurück und genießt diese so großartige Musik.
Ganz viel Spaß, Euer Thomas

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Rote Beete am Samstag Abend




Es ist schön, dass es sie noch immer gibt: 
Kleine leise Konzerte von wunderbaren Songwritern, mit intimer Atmosphäre in einer Bar mit leicht verruchten Wohnzimmer Flair.
Am Samstag hatte ich wieder das Vergnügen eines dieser Konzerte mitzuerleben. In einer ruhigen Seitenstraße in Schöneberg, im typischen Berliner Altbau, ganz in der Nähe vom Winterfeldplatz befindet sich die Bar Rote Beete, welche durch ein sehr charaktervolles Ambiente mit allerlei liebenvollen und verspielten Details zu einem gemütlichen Abend einlädt.
 
Gegen 21:30Uhr betrat die junge Songwriterin Kalina Morcuende die kleine Eckbühne und spielte zwei halbstündige Sets. Zuerst begleiteten Sie sich mit dem Piano durch Ihre ruhigen und schlicht schönen Songs um dann im zweiten Teil diese mit der Gitarre stimmig zu untermalen. Der Charme Ihrer Lieder erinnerten mich ein wenig an das aktuelle Werk von Soley oder Agnes Obel.
 
Um Euch einen besseren Eindruck von Ihrer Musik machen zu können, habt Ihr die Möglichkeit Euch vier Werke auf Ihrer MySpace Seite anzuhören, mehr gibt es dann auf Ihrem nächsten Konzert, welches sich definitiv lohnt zu besuchen!  
Wie im Übrigen auch die Bar selbst, lädt sie doch bei einem gepflegten Getränk sowie entspannter, aber nicht eintönig erscheinender musikalischer Untermalung zu langer Verweildauer ein. 
Vor allem in der kalten Jahreszeit eine Empfehlung.




Kalina Morcuende

Kalina Morcuende - Down the steps (Hope Sandoval Cover)



Samstag, 26. November 2011

The Great Escape: Weihnachts- und Wintermusik



Nachdem die Tage inzwischen deutlich kürzer geworden sind und der Herbst sich dem Ende neigt, steht uns unweigerlich die Adventszeit bevor. Ich hab mich vor ein paar Tagen mit einer Freundin darüber unterhalten, wie aufgeregt man früher noch war in den Tagen vor Weihnachten, wie ich jeden Abend den Morgen nicht mehr abwarten konnte um endlich das nächste Türchen im Adventskalender zu öffnen und ich mich einfach riesig auf den Weihnachtsabend gefreut habe. Es war noch genug Platz für die Kinderromantik in dieser damals noch sehr besondere Zeit.
Ein paar Jahre später war die riesige Vorfreude der leichten Neugier gewichen, aber trotzdem noch mit dem Bewusstsein, dass eine schöne Zeit bevor steht.


Eine besondere Erinnerung hab ich an das Fest 1995: Es begann damit, dass ich mir im Herbst die Maxi-Single von Blur`s "Country House" gekauft hatte.  Ich war fasziniert vom Titel, als auch als auch von der neu aufgenommenen B-Seite "To the End / La Comedie", so das die Single im Herbst auf Dauerrotation in meinem CD Player war. Als Blur dann noch bei den MTV EMA`s im gleichen Jahr mit "The Universal" einen grandiosen Auftritt feierten hatte ich zu Weihnachten nur einen Wunsch, nämlich das komplette Album haben zu wollen!


  Blur - The Universal (Live MTV`s EMA 1995)


Als ich es dann am Weihnachtsabend das Album in den Händen hielt, habe ich mich wieder so glücklich gefühlt, wie als Kleinkind, als ich den Playmobil Western Salon geschenkt bekommen hatte. Nur mit dem großen Unterschied, dass ich dann in den darauf folgenden Tagen nicht Wilder Westen im Wohnzimmer gespielt, sondern das Album beim hören regelrecht verschlungen habe.
Eine wunderbare Anekdote hatte an dem Abend mein Opa kund getan, von dem ich das auch Album geschenkt bekommen habe, als er meinte, "dass die Herren auf der CD ja ganz ordentlich aussehen, so mit Hemd und Anzügen, nicht wie die ganzen anderen Musiker (Nirvana, Oasis, Green Day etc.) auf den Postern in Deinem Zimmer. Du wirst ja auch älter....."


So muss ich, bald 20 Jahre später immer wieder an dieses wunderbare Fest zurück denken wenn ich die Musik von Blur höre. Es ist fast so, dass "The Graet Escape" inzwischen eine Weihnachts- oder zumindest Winterplatte für mich geworden ist, so das sie auch dieses Jahr wieder öfters bei mir zu hören sein wird.... 

Blur - Best Days (Live MTV)


Blur - To the End / La Comedie


Blur - Charmless Man

Dienstag, 22. November 2011

Konzerte im November / Dezember 2011



Im November und Dezember erwartet uns eine Reihe von begeisternden Konzerten. Von Folk über Indie bis hin zum tanzbarem Electro Sound ist alles dabei.

Beginnen werden wir am 23. November mit einer australischen Songwriterin. Die in Berlin lebende Kat Frankie begeistert auf Ihren Konzerten mit einer musikalischen Intensität, die seines gleichen sucht. Sie variiert mit Ihrer fassettenreichen Stimme zwischen ruhig-gefühlvollen und leidenschaftlich-kratzigen Songs. Pflichttermin!

Am 30. November werden uns The Kills mit Ihrem neuen Album "Blood Pressures" einen Besuch abstatten. Spätestens durch Ihr 2008er Album "Midnight Boom" sind sie mit Ihrem rau-minimalistischen Rock/Electro Sound in aller Munde und garantieren immer ein tanzbares Live-Spektakel.

Am gleichen Abend betreten die Isländer FM Belfast die Bühne des Festsaal Kreuzberg und werden mit Ihren großartigen synthlastige Songs aus Ihrem Debüt "How to make Friends" und dem aktuellen Album "Don`t want to sleep" die Menge sicher zum tanzen und schwitzen bringen.

Der Heimathafen Neukölln wird am 3. Dezember Besuch aus dem englischen Oxford empfangen. Foals, eine junge aufstrebende Indie Band, die musikalischen zwischen rockig-sphärischen und tanzbaren 80er Klangwelten schwebt und ein wenig an TV On The Radio erinnert. Es wird sicher, zumal mit dem wunderbaren Ambiente des Heimathafens, ein sehr schöner Konzertabend werden.

Im Postbahnhof am Ostbahnhof klingt erst mal viel nach Dylan. Mit dem großen Unterschied, dass die letzten Auftritten vom großen Meister nicht überzeugend wirkten. Ganz im Gegenteil zu den Felice Brothers, deren Spielfreude nicht zu übersehen sein wird. 
Wo die ersten vier Alben noch sehr nach dem typischen America Folk klingen, mischen sich beim neuem Album "Celebration Florida" diverse Beatlinien, etwas Soul und psychedelische Klänge unter, was der Qualität des wieder überzeugenden Werks keinem Abbruch tut. Eine Entwicklung, die Live sicher für Überraschungen sorgen kann.

Einen Tag vor Nikolaus veranstaltet das Berliner Indie Label City Slang ein Xmas Special. 
Beim CitySlang Xmas Ball werden Matthew Caws (NadaSurf) und Cherilyn MacNeil (Dear Reader) uns einen gemütlichen und abwechslungsreichen Abend bescheren. Als Special Guest wurde vom Veranstalter ein "Alter Bekannter" aus Nashville angekündigt. Wir können gespannt sein.

Kurz vor Weihnachten gibt es noch zwei sehr verschiedene aber sicher sehr empfehlende Konzerte als Jahresabschluss:
Am 18. Dezember werden The Vaccines den Postbahnhof mit ihren Wave-PostRock-RamosCoverSongs beschallen. Es wurde viel die Band gesagt: Sie würde ein Ramones Abklatsch sein, hätten zu viel Retro im Sound, keine eigenen Ideen etc. Ich finde es ist eine großartige Platte, die Spaß und gute Laune bringt, etwas Melancholie eingeschlossen. Wird sicher live genauso sein! 

Der Stimmung kurz vor Weihnachten angemessen beehrt uns noch der großartige William Fitzsimmons. Er spielt am 21. Dezember im gemütlichen Heimathafen Neukölln und wird uns dort mit seinen meist minimal-akustisch gehalten Songs beglücken um uns in besinnlicher Stimmung in die Weihnachtsfeiertage zu entlassen.




Kat Frankie
23. November - HBC - 21:00Uhr

Kat Frankie - The Tops (Live TV Noir)


The Kills
30. November - Columbiahalle - 20:00Uhr

The Kills - Last Days of Magic (Abbey Road)


 
FM Belfast
30. November - Festsaal Kreuzberg - 21:00Uhr

FM Belfast - Par Avion


Foals
3. Dezember - Heimathafen Neukölln - 21:00Uhr

Foals - Spanish Sahara (Live @ One Shot not)


The Felice Brothers
3. Dezember - Postbahnhof - 20:00Uhr

The Felice Brothers - Roll on Arte


City Slang Xmas Ball
 MATTHEW CAWS (NADA SURF), CHERILYN MACNEIL (DEAR READER)
& SPECIAL GUEST FROM NASHVILLE
05. Dezember - Lido - 20:00Uhr

Nadasurf - Inside of Love

Dear Reader - Great White Bear



The Vaccines 
18. Dezember - Postbahnhof - 20:00Uhr

The Vaccines - Post break up sex


William Fitzsimmons
21. Dezember - Heimathafen Neukölln - 21:00Uhr

William Fitzsimmons - It`s not true

Sonntag, 20. November 2011

Mixtape No.2 - November




Ich sitze im Auto, das Tempelhofer Feld zieht im tiefen Dunst an mir vorbei, still und irgendwie bedrückend. Der Morgennebel lässt die Lichter der Stadt dämmrig erscheinen, so das man das Gefühl bekommt, dass alle Bewegungen in Zeitlupe ablaufen.
Die Laternen am Rand der Straße vermengen sich gleichmäßig zu einem flackernden Lichtfaden, der die Atmosphäre freundlicher, fast verträumt erscheinen lässt......
Ich erinnere mich an eine Szene aus dem Film "Ein Freund von mir" mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel. Dort überführen die Beiden zwei Porsche in der Nacht auf einer fast verlassenen Autobahn. Die Szene pendelt zwischen Melancholie und Euphorie und fasziniert immer wieder. Sie gibt einfach den Wunsch nach zeitlicher Unabhängigkeit so ergreifend wieder, dass man am liebsten einen spontanen  Road Trip starten möchte......

Genau dieses Gefühl, diesen Moment soll das neue Mixtape einfangen,
ich wünsche Euch viel Spaß damit, Thomas



Montag, 14. November 2011

Brothers of End



Es gibt immer wieder Alben die einfach Zeit brauchen. Es gibt aber auch welche, die zum Zeitpunkt des Kaufes nicht die Erwartungen erfüllen, die man in diese gesetzt hat und irgendwann entdeckt man sie in den Tiefen des Plattenschrankes wieder und gibt der Scheibe eine neue Chance und ist plötzlich total begeistert. Dieses ist mir die Tage mit "The End" von den Brothers of End widerfahren. 
Ich weiß noch ganz genau, wie ich mir die Platte gekauft hatte, in der Hoffnung auf leicht verträumte Folk-Pop Musik aus Schweden, was sie definitiv auch ist. Aber es fehlte zu dem Zeitpunkt irgendwas. Was, kann ich nicht mal sagen. So legte ich sie erst mal auf unbestimmte Zeit beiseite.
In meiner aktuellen musikalischen Grundstimmung, die zwischen I am Kloot,      Tom Waits und dem neuen Noel Gallagher Album pendelt entdeckte ich "The End" wieder. Und diesmal stimmt alles. 
Die Soundarrangements wirken klar und immer wieder schwebt ein Hauch warmer Sehnsucht im Gesang mit. So schmiegt sich die Musik von den Brothers of End immer wieder angenehm an die Gehörgänge und klingt eigentlich gar nicht so düster, wie der Name es vermuten lässt. Neben dem instrumentalen Grundgerüst aus (zumeist akustischer) Gitarre, Bass und Schlagzeug gesellen sich immer mal wieder ein Piano oder dezent eingesetzte Keyboard-Collagen hinzu, was dazu führt, dass das ganze Album in einer gleich bleibenden Harmonie von Titel zu Titel getragen wird.
Man fühlt sich unmittelbar an die ruhigen Nummern der Beatles oder an             "The Man Who" von Travis erinnert.
Ein wirklich schönes Album, welches bei dem traumhaften Herbstwetter als perfekte musikalische Untermalung dienen kann.


Brothers of End - Beats for you

Brothers of End - Why

Brothers of End - Why (acoustic)


Dienstag, 8. November 2011

Warme Herbstsonne



Wer hätte das noch gedacht: An einem Novembertag sitze ich bei fast 15Grad in der Sonne auf dem Balkon und kann den heutigen freien Tag mal nur zum faulenzen nutzen. Keine Termine die man sich halt genau auf den Tag legt, weil sonst in der Woche die Zeit fehlt. Zudem stehen auch keine Erledigungen an, die man schon lange machen sollte und immer wieder vor sich her schiebt. 
Ich beschließe mich ausgiebig dem Frühstück zu widmen, kaufe mir frische Brötchen und schäume mir die Milch zum Kaffee auch mal auf, wozu ich eigentlich am Morgen immer zu müde bin. Zimt kommt auch noch drüber. Macht doch irgendwie mehr her.
Ich entdecke noch ein Glas selbst gemachter Erdbeermarmelade von meinen Eltern und bin froh noch guten Käse vom Wochenende im Kühlschrank zu finden. Voller Vorfreude schnappe ich mir noch die Tageszeitung und ab geht`s in die Sonne, die ich mit dem Bewusstsein vom  kurz bevorstehenden Winter noch viel intensiver genieße. Ich summe zu alter Soul und Jazz Musik, die ich sehr häufig in diesen entspannten Momenten mir als perfekten Hintergrund anhöre. Ich bin rund um zufrieden.
Nach dem Frühstück mache ich es mir auf meiner Holzbank bequem, setze meine Kopfhörer auf und lasse mich von Ray Charles, Billy Stewart und Joao Gilberto in den Sommer zurück versetzten......



Joao Gilberto - Você e Eu


Ray Charles Georgia on my mind



Billy Stewart - Sitting in the Park

Mittwoch, 2. November 2011

Konzerte im November - Teil 1


 
Ein großartiger Konzertwinter steht uns bevor. Wir werden die Qual der Wahl haben, bei der riesigen Anzahl an wunderbaren Konzerten, die in diesem Winter auf uns warten. Allein im November können wir uns auf hoffentlich begeisternde Konzertabende mit Wilco, Laura Marling, Scott Matthew und anderen Acts freuen.

Aber zu erst beginnen wir mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen Comeback einer meiner großen Lieblinge der 90er Jahre. Bush werden am 7.11. im Huxleys Ihre alten Alternative/Grunge Hymnen und neue Songs von Ihrem kürzlich erschienen Werk "Everything always now" zum Besten geben. Mann kann hoffen, dass die alte Kraft wieder zurück ist, nachdem mich das Solo Album von Gavin Rossdale doch arg enttäuscht hat.

Am 12.11. wird es im Tempodrom etwas ruhiger zu gehen. Wilco, wohl mit Giant Sand die Alternativ-Country Helden, werden mit Ihren entspannt melancholischen Songs und einer großen Spielfreude ein wunderbares Konzerterlebnis sein, auch wenn das Tempodrom sicher nicht die beste Wahl für dieses Konzert ist.

Laura Marling, Gründungsmitglied von Noah and the Whale, spielt am 15.11. im Postbahnhof. Dort präsentiert sie Ihre abwechslungsreichen Folksongs, die auf dem inzwischen dritten Album "A creature I don`t know" deutlich reifer und etwas kratziger wirken, was Ihnen sehr gut steht.

Im Nikolaisaal zu Potsdam kann man am 16.11. den leicht schwebenden Indie/Electro Sound des Hamburger Geschwister Duo`s Hundreds genießen. Auf Ihrem sehr kreativen Debüt Album wechseln sich gefühlvolle vom Piano getragene Songs mit tanzbaren Synthie Nummern ab. Sehr zu empfehlen.

Ein sehr intimes Konzert kann man am 21.11 im Neuköllner Heimathafen erleben. Scott Matthew ist bekannt für seine sehr liebevolle arrangierten Songs und seine markant-sanfte Stimme.

Der 22.11 steht im Zeichen der Gegensätze. Im Cassiopeia legen Cerebral Ballzy ordentlich Tempo an den Tag. Die Brooklyner Skate Punks schrauben auf Ihrem Debüt 12 Songs in unglaublichen 19 Minuten runter. Wenn die Jungs das Tempo live nur vergleichsweise hoch halten können, wird es ein sehr sportlicher Abend. Ganz das Gegenteil wird man auf der Bühne des Festsaal Kreuzberg wieder finden. James Vincent McMorrow spiegelt den neuen Folksound komplett wieder. Teils sehr minimalistisch und mit Bon Iver vergleichbar, in anderen Momenten muss man unweigerlich an Mumford & Sons denken. Wunderbares Album, sicher auch ein schöner spätherbstlicher Konzertabend.




Bush 
07. November - Huxley`s Neue Welt - 20:00Uhr

Bush - Greedy Fly


Wilco
12. November - Tempodrom - 20:00Uhr

Wilco - Either Way


Laura Marling
15. November - Postbahnhof - 21:00Uhr

Laura Marling - A Creature I don`t know


Hundreds 
16. November - Nikolaisaal Potsdam - 21:00Uhr

Hundreds - Little Heart


Scott Matthew
21. November - Heimathafen Neukölln im Saalbau - 20:00Uhr

Scott Matthew - Felicity

Cerebral Ballzy 
22. November - Cassiopeia - 21:00Uhr
 
Cerebral Ballzy - Insufficient Fare

James Vincent McMorrow
22. November - Festsaal Kreuzberg - 21:00Uhr

James Vincent McMorrow - This old dark Mashine

Dienstag, 1. November 2011

Musik aus Island




Ich sitze auf einem alten Sofa, eins der Sorte die man nur zu gerne auch zu Hause hätte. Mit schönen Verzierungen, verbrauchten Bezügen und jeder Menge Charme. Vor mir ein großer Stapel CDs.
Ein gut gekleideter Mann mittleren Alter reicht mir mit nordischer Gelassenheit einen Kaffee. Ich schaue aus dem Fenster, habe schwarze Kopfhörer auf und höre mich langsam, mit großer Spannung von Song zu Song.
Musik aus Island ist inzwischen nix ungewöhnliches mehr. Bands wie Sigur Ros, Mum oder Seabear sind vielen ein Begriff, ganz zu schweigen von Björk. Aber alles was ich hier höre ist mir komplett neu! Ich könnte Stunden verbringen mich hier durch die Plattenregale zu hören und immer wieder neue aufregende Musik zu entdecken.
Neben dem Sofa steht ein Buchregal aus dunklem Holz. Ich stöbere ein wenig und finde ein Buch aus den 50er Jahren, was das damalige Leben der Isländer in ergreifenden Bildern und Texten sehr spannend wieder gibt. Eine gewisse Nostalgie zieht sich durch den ganzen Laden und ich wünsche mir Musik immer in einem solchem Ambiente kaufen zu können.
Ich bleibe noch einige Zeit auf der Couch sitzen und höre mich mit viel Ruhe durch die vor mir liegende Musik und komme dann zu der schweren Entscheidung einiges aussortieren zu müssen. Ich entscheide mich für drei Alben und freue mich jetzt schon, sie in Ruhe zu Hause genießen zu können.

1. Mugison - Haglel
2. Snorri Helgason - Winter Sun
3. Þórir Georg - Afsakið

Ich gehe zur Kasse, bedanke mich noch mal für den Kaffee und verlasse sehr glücklich das Geschäft mit wunderbarer Musik für die kalte Jahreszeit.


 
Mugison / Gúanó stelpan



Snorri Helgason - River



Donnerstag, 20. Oktober 2011

Salzgeruch in der Luft





Da ist es mir mal wieder über den Weg gelaufen. Über den Weg gelaufen.... mhm, klingt irgendwie fehl am Platz für ein Musikvideo, aber wie auch immer. 
Beim fast täglich Internetzapping bin ich über eine Empfehlung für das neue Coldplay Album gestolpert, was mich nicht zum Kauf des Albums ermutigen konnte, da es leider doch allzu belanglos klingt. Statt dessen guckte ich mir mal wieder Ihre früheren Videos an.
Und landete schließlich bei "Yellow".
Dann passierte das, was mir eigentlich immer bei diesem Video passiert ist: 
Neben dem wirklich großartigen Song, bekommt man sofort die Sehnsucht nach Weite. Freiheit! 
Dem endlos wirkenden Horizont, dem leicht salzigen Geruch in der Luft und Geschmack auf den Lippen sowie dem Gefühl das es eigentlich so einfach ist einen klaren Kopf zu bekommen, wenn man an der See ist.
Ich war wieder mal gefangen von der Genialität des doch so einfachen Videos. 
Man sieht einen Mann der am Strand entlang läuft und ein Lied singt. Mehr nicht!
Ich wollte sofort raus! Auch singen!
Als es zu Ende war, schaute ich mir zwei weitere Videos an. Richard Ashcroft`s "Science of Silence", fast aus der gleichen Zeit wie "Yellow" und ein ziemlich aktuelles Werk von Sin Fang. Alle drei spiegeln irgendwie die gleiche Sehnsucht nach Freiheit und Weite wieder. 
Raus und auf das Meer gucken, den Wind durch die Haare wehen lassen und den Alltag vergessen.
Sollte man öfters machen!

Und morgen riecht die Luft sicher etwas salziger :-)


 
 Coldplay - Yellow


 
Sin Fang - Because of the blood


Richard Ashcroft - Science of Silence